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Hoffnungszeichen für die Zukunft der ChristenheitKirchen erhoffen sich von Ökumenischem Kirchentag mehr Gemeinsamkeit Von Stephan Cezanne (epd)
Frankfurt a.M. (epd). In der Ökumene ist in den vergangenen 40 Jahren mehr erreicht worden als in den 450 Jahren zuvor. Nach der Spaltung der abendländischen Christenheit in der Reformationszeit sind die Kirchen deutlich näher zusammengerückt. Symbol dafür ist der erste gemeinsam von Katholiken und Protestanten getragene Ökumenische Kirchentag vom 28. Mai bis 1. Juni in Berlin. Das Treffen werde ein sichtbares Zeichen für die Zukunft der Christenheit setzen, erwartet der Berliner evangelische Bischof Wolfgang Huber - Streit und Irritationen um ein gemeinsames Abendmahl werden daran nichts ändern.
In Deutschland - mit ebenso vielen Katholiken wie Protestanten - spielte die Ökumene schon immer eine besondere Rolle. Die Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg sorgten zudem für eine - nicht immer harmonische - konfessionelle Vermischung. So kamen ins katholische Oberbayern evangelische Flüchtlinge und ins evangelische Schleswig-Holstein katholische Vertriebene, erinnert sich der Bochumer Ökumene-Professor Erich Geldbach (64): Da war man gezwungen, einander in die Augen zu sehen, was vorher nicht der Fall war.
Für Protestanten ist der Vatikan längst kein Feindbild mehr wie in vergangenen Jahrhunderten. Die römisch-katholische Kirche hat viele der Reformen, die einst Martin Luther (1483-1546) von der Papst-Kirche seiner Zeit forderte, längst in die Praxis umgesetzt. Sie öffnete sich zudem nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil seit 1965 für die Ökumene.
Der Dialog zwischen Katholiken und Lutheranern erreichte zudem mit der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre am Reformationstag 1999 in Augsburg einen vorläufigen Höhepunkt. Luthers Lehre von der Rechtfertigung – darin geht es um den richtigen Zugang zum Heil Gottes - war die Bruchstelle der Kirchen in der Reformationszeit.
Dennoch sind die Beziehungen zwischen den Kirchen insgesamt nicht frei von Spannungen - trotz ausgezeichneter Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz bei sozialen Themen oder Fragen der Bioethik und des Friedens. Gemeinsam kämpfen beide auch gegen das Verschwinden christlicher Glaubensinhalte: Zentrale Lehren werden Umfragen zufolge nur noch von einer Minderheit geglaubt. Doch diese Kooperation wird immer wieder durch Verlautbarungen aus Rom belastet.
Hoffnungen auf mehr Einheit dämpfte etwa der Vatikan-Text "Dominus Iesus" aus dem Jahr 2000. Darin unterstreicht die römische Glaubenskongregation die Einzigartigkeit der katholischen Kirche und bezeichnet evangelische Kirchen als zweitrangig. Am Gründonnerstag dieses Jahres rückte Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika zur Eucharistie ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten in weite Ferne. Nur in der römisch-katholischen Kirche werde das Altarsakrament im Sinne Christi gültig gespendet, so der Text. Daneben findet allenfalls das orthodoxe Abendmahl bei den Katholiken Akzeptanz.
Unmut in der katholischen Kirche wiederum löste das 2001 veröffentlichte EKD-Papier zur Ökumene aus. Darin wird erstmals ein Modell für die Kirchengemeinschaft der Zukunft nach evangelischem Vorbild vorgestellt. Kurienkardinal Walter Kasper wies den Vorschlag als binnenprotestantisches Einheitsmodell zurück. Darin gebe es weder Platz für Katholiken noch für Orthodoxe, beklagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.
Weltweit ist eine Tendenz der Kirchen zur Abgrenzung zu beobachten. Doch eine sichtbare Einheit in einer Art "Superkirche" ist nicht das Ziel der ökumenischen Bewegung. Der Präses der EKD-Synode, Jürgen Schmude, erwartet daher, dass der Ökumenische Kirchentag ein leuchtendes Beispiel dafür geben wird, wie man miteinander über Konfessionsgrenzen hinaus umgehen sollte. Der Erfolg lasse sich jedenfalls nicht daran messen, ob man dort gemeinsam Abendmahl feiert. (0610/07.05.03)
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Was wir unter Ökumene (nicht) verstehen
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Christlicher Glaube und nichtchristliche Religionen
Theologische Leitlinien der EKD PDF hier...
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Charta Oecumenica
Leitlinien für die wachsende Zusammen-arbeit unter den Kirchen in Europa
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Kirchengemeinschaft... nach evangelischem Verständnis. Ein Votum zum Miteinander bekenntnis-verschiedener Kirchen.
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Stellungnahme der Kammer für Theologie der EKD zu Communio Sanctorum 2002
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