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Ökumene-Highlight: Unterzeichnung der Charta Oecumenica

Berlin (epd). Auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin wollen die Kirchen in Deutschland die europäische Ökumene-Charta unterzeichnen. Der Festakt gilt als ökumenisches Highlight. In der im April 2001 verabschiedeten Charta Oecumenica verpflichten sich die Kirchen Europas, Frieden und soziale Gerechtigkeit auf dem Kontinent zu fördern und für die kirchliche Einheit einzutreten. Das Dokument hat mit seiner Forderung nach religiöser Toleranz besonders für Minderheitskirchen große Bedeutung.

Die Charta wurde von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem katholischen Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Straßburg angenommen. Beide Organisationen vertreten zusammen fast alle reformatorischen, orthodoxen und römisch-katholischen Christen auf dem Kontinent. Zu den maßgeblichen Autoren des wichtigen Dokuments der jüngsten europäischen Kirchengeschichte gehört der deutsche Ökumene-Experte Reinhard Frieling, der fast 20 Jahre lang Leiter des evangelischen Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim war.


Zur Unterzeichnung am 30. Mai in Berlin werden unter anderen der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz, Kardinal Karl Lehmann, erwartet. Auch Vertreter der methodistischen, altkatholischen und anglikanischen Kirchen sowie der Freikirchen und orthodoxer Kirchen wollen die Inhalte der Charta offiziell annehmen.

Die Einheit unter den Kirchen sei die Voraussetzung für Frieden unter den Nationen, heißt es in der Charta. Die Trennung der Christenheit soll langfristig überwunden werden: Noch verhindern wesentliche Unterschiede im Glauben die sichtbare Einheit. Die Gemeinschaft im Abendmahl ist dabei ein Ziel unter vielen. Zugleich soll in dem von der Charta ausgelösten Prozess der Dialog zum Islam, Judentum und anderen Weltreligionen ausgebaut werden.

Die Charta hat keinen lehramtlichen Anspruch und wird vom Vatikan nicht mitverantwortet. Auch die Mitgliedskirchen der KEK und der CCEE sind nicht zur Übernahme verpflichtet. Vielmehr wird die Charta den europäischen Kirchen zur Annahme und Umsetzung in ihrem jeweiligen Kontext empfohlen. Kritiker merkten an, die Charta sei damit zu unverbindlich. (0617/07.05.03)
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