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Warum fährt man über ein verlängertes Wochenende nach Novi Sad – Jugoslawien und bringt in ein SOS-Kinderdorf finanzielle Hilfe?
 ...weitere Fotos: siehe unten
Ein persönlich Erlebnisbericht
Die Fahrt hat sich in jeder Hinsicht gelohnt...
Das SOS-Kinderdorf in Sremska Kamenica – Novi Sad wurde 1975 im November festlich eingeweiht, die Arbeiten hierfür hatten 2 Jahre vorher begonnen. Das Dorf hat 13 Häuser, die von ihrer Architektur identisch sind, jedoch ist die Inneneinrichtung unterschiedlich, Freiräume für die eigene Identität sind gewahrt, soweit wie möglich und soweit es die finanziellen Mittel ermöglichen. Das Kinderdorf beherbergt 160 Kinder und in der Stadt Novi Sad gibt es ebenfalls noch ein Haus mit 80 Kindern. Kinder im Alter von 2 Jahren bis zum Schulabschluss.
Alles ging gut, war gut, bis der Krieg ausbrach. Auch Kinder sind Flüchtlinge. Das SOS-Kinderdorf nahm jedes Kind auf, das kam. So viele, wie auf dem Boden schlafen konnten, wurden aufgenommen. Es waren bis zu 350 Kinder. Das Kinderdorf bekam die Auszeichnung der humanitärsten Einrichtung des Landes.
Dann das Jahr 1999, im März 1999 kamen die Bomben. Die Kinder schliefen diesmal weder in ihren Betten, noch auf ihren Matratzen auf dem Boden ihrer Zimmer. Dieses Mal schliefen sie auf dem Boden der Keller. Wieder so viele wie möglich, aber nicht in allen Häusern, sondern in wenigen Kellern, um nahe beieinander zu sein. Sie wissen, wenn der Hund Zuco (der Liebling des Dorfes) in ein Haus rennt und in den Keller flüchtet kommen die Flugzeuge. Die Bomben zerstören die Brücken ihrer Stadt, von den Detonationen werden die Häuser des Kinderdorfes stark zerstört. Die Fenster, die Dachziegel, Außenmauern bekommen Risse. Im Juni hört der Wahnsinn auf. Das Kinderdorf ist jetzt mehr denn je auf Spenden angewiesen und es wird geholfen.
Die Menschen des CVJM in Tamm und Ludwigsburg helfen. Auf Initiative von Hartmut Rebmann und Werner Wisniewski erhält das Kinderdorf im Februar 2000 Geld. Zwei Häuser mit je 2 Zimmern bekommen hiervon neue Einbauschränke. Im Februar 2001, auf Initiative von Rainer Riegraf und Werner Wisniewski, fließen weitere Spenden. Davon bekommen 5 Häuser eine komplette Außenrenovierung.
Es ist Juli 2001: warum fährt man über ein verlängertes Wochenende nach Novi Sad – Jugoslawien und bringt in ein SOS-Kinderdorf finanzielle Hilfe?
Die leuchtenden Augen der Kinder, die Spannung beim Verteilen der Schokolade und der Stolz beim Rundgang durch einige Häuser geben möglichen Fragen nach dem Sinn des Besuches vom ersten Augenblick an Antwort und Dank zugleich.
Hier findet der Besucher eine intakte Familie vor, die nicht an den Mauern der einzelnen Häuser endet, sondern die sich auf das ganze Dorf erstreckt. Die Kinder wachsen auf wie Brüder und Schwestern, es gibt niemanden, der für sie putzt und wäscht – eine Familie eben. Für Ordnung und Sauberkeit sind alle, das heißt, ist jeder verantwortlich, das gilt für Häuser, Gärten, Wege, für das gesamte Dorf.
Es fällt schwer, die verantwortliche Leitung als „Verwaltung“ zu bezeichnen, denn Frau Direktorin und ihre Mannschaft sind gleichermaßen Herz und Seele dieser großen Familie. Sie kennen jedes Kind und sein persönliches Schicksal, und sie lieben es.
Dies ist mehr als ein Beruf, weit mehr als eine Aufgabe – das ist Berufung. Es werden tagtäglich neue, kreative Ideen geboren, damit Mittel und Wege zur Verfügung stehen, die über die Erfüllung der Grundbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen hinausgehen, und die ihnen das „Leben nach dem SOS-Kinderdorf“ ermöglichen. Da ist Tamara, die gerade ihr Abitur bestanden hat, so gut, dass sie Jura studieren kann.
Das Geld, das für die Aufnahme bezahlt werden muss, kommt aus dem Dorf, und, wenn sie fleißig ist – „ .., und sie ist fleißig!“ weiß die Direktorin – wird der Staat sie ab dem Folgejahr unterstützen. Und da ist Branka, die mit ihrer kleinen Schwester im Dorf lebt, da ihre Eltern sich nicht um sie kümmern können. In den ersten Wochen ist sie jede Nacht fortgelaufen, dorthin, wo die Container stehen. Heute ist sie die Primadonna der Tanzgruppe des Kinderdorfes.
Als wir mit der Direktorin zusammen sitzen, stockt sie mitten im Gespräch, schaut kurz aus dem Fenster und erzählt mit trauriger Stimme von dem jungen Paar mit Kind, einem Paar, das aus dem SOS-Kinderdorf stammt, und vor wenigen Stunden bei ihr um Hilfe gebeten hat. Das ist der Moment, vor dem sie alle Angst haben: der Zeitpunkt, an dem die erwachsen gewordenen Kinder ins Leben schreiten, wenn sie den Schutz des Kinderdorfes verlassen, selbständig werden. Und auch hier beweist sich das Dorf wieder als Familie, als verlässlicher, vertrauter Pol für alle die dazugehören.
weitere Informationen: Hilfsaktion für SOS-Kinderdorf in Novi Sad
LKZ-Artikel zur Christbaum-Sammelaktion 2004 hier...
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Damit die Kinder wieder lachen können…
Das Sri Lanka - Fluthilfeprojekt der Evangelischen Kindergärten im Bezirk Ludwigsburg
[hier...]
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Hilfe für Novi Sad
Oder: wie ausgediente Christbäume in einem SOS-Kinderdorf kleine Wunder vollbringen weiter...
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Oder: Die Halbwertszeit gibt es nur auf dem Papier. Konkrete Hilfe auch 18 Jahre nach dem GAU
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