Ludwigsburger Kirchenspenden für die Opfer von Tschernobyl

Veröffentlicht am 24.11.2004
in Ludwigsburger Kreiszeitung

 

Ludwigsburger Kirchenspenden für die Opfer von Tschernobyl

Aktion seit 1992 - Schikanen durch die Behörden
(red) - Die Hilfsaktion 'Freunde der Kinder von Tschernobyl' im Evangelischen Männerwerk Württemberg hat 2004 bis jetzt 92 000 Euro Geldspenden gesammelt. Über 10 000 Euro davon kommen aus Kirchengemeinden in Stadt und Kreis.
Seit 1992 gibt es die Aktion, die in regelmäßigen Abständen Hilfstransporte mit medizinischen Gütern nach Weißrussland transportiert. Die Konvois starten von Ludwigsburg aus, denn auf dem Gelände der WLZ befindet sich das Lager. Besonders unterstützt wird die Aktion von der Paul-Gehardt-Gemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde Oßweil. Auch die Gesamtkirchengemeinde Bietigheim spendet regelmäßig ihre Kollekte für die Aktion.
Manche Kliniken könnten nur noch existieren, weil sie humanitäre Hilfe aus Deutschland bekommen, sagte Reinhard Jaki, Chefarzt an der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen und einer von fünf medizinischen Beratern der Hilfsaktion. So beziehe die einzige Kinderkrebsstation der Stadt 80 Prozent ihrer Medikamente aus dem Ausland.
Trotz dieser Nöte habe der Staat in diesem Jahr mit immer neuen Vorschriften die Auslieferung der Hilfsgüter an die Empfänger über Monate hinweg verzögert, sagte Heinrich Korn, der im September in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eine Protestnote der Hilfsaktion übergab. Als Reaktion auf die neuen Erschwernisse habe die Aktion ihre Herbstlieferung abgesagt. 'Wir haben im Gesundheitsministerium Gespräche mit dem Ziel geführt, die Bedingungen zu lockern. Wir wollten ein Zeichen setzen, weil wir nicht alles unwidersprochen hinnehmen können.'
Um den Betroffenen in Weißrussland nicht weiter zu schaden, werde jetzt wieder eine Hilfslieferung für das Frühjahr 2005 geplant.


Die Online-Publikation dieses Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Ludwigsburger Kreiszeitung