33 Jahre nach Tschernobyl: „Weil es uns noch immer geben muss“

Veröffentlicht am 25.04.2019
in Ludwigsburger Kreiszeitung

33 Jahre nach Tschernobyl: „Weil es uns noch immer geben muss“

Als in der Nacht vom 25. auf den 26. April
1986 in Tschernobyl Block IV des Atomkraftwerks
explodiert, verändert das die
Leben von Millionen Menschen für immer.
Heute sind die Ereignisse bei vielen
im Westen aber kaum mehr präsent – für
die Engagierten des Vereins „Freunde der
Kinder von Tschernobyl Württemberg“
undenkbar. „Es berührt mich noch immer,
wenn ich mich erinnere, wie wir in die verstrahlten
Dörfer gekommen sind“, sagt Albert
Landwehr aus Ditzingen über seine
ersten Besuche Ende der Neunziger in einigen
jener weißrussischen Orte, über die
die radioaktiven Wolken hinwegzogen. In
den Gärten seien nur Brunnen gewesen
als einzige Wasserversorgung, und in den
Häusern lediglich Kerzen zur Beleuchtung,
erinnert sich der 81-Jährige. Trotz
dieser Umstände seien viele Menschen
kurze Zeit später zurückgekehrt – weil sie
keine Strahlung spürten, hätten sie gesagt.
Doch die Folgen des Super-GAUs sind
auch jetzt noch da. „In der Gegend, in der
wir tätig sind, kann sich keiner dem entziehen“,
sagt Klaus Wagner, Sprecher der
Initiative. Vor allem Kinder und Jugendliche
hätten immer noch kaum einmal Phasen
von mehreren Monaten, in denen sie
nicht krank seien. Auch deshalb fokussiere
man die Hilfe auf diese Zielgruppe.
Stuttgarter
Pfarrer Christoph Rau an einer
Fahrt zum 50. Jahrestag des Beginns des
Zweiten Weltkriegs teilnahm. Dabei wurde
er das erste Mal mit dem Leid in Weißrussland
konfrontiert – und hatte beim zweiten
Mal 1991 erste Medikamente im Koffer.
Auch Erna Rostan reiste mit. Rau hatte
die Mesnerin der Paul-Gerhardt-Gemeinde
in Ludwigsburg gefragt, ob sie mitwolle.
„Ich habe spontan zugesagt. Und danach
hat mich das Thema nicht mehr losgelassen“,
sagt sie – und zog ihre Gemeinde
mit, von der bis heute viele Spenden
eingehen: durch Kirchenopfer, die Erlöse
von Basaren oder einzelne Mitglieder, die
wie viele andere statt Geschenken zu Geburtstag
oder Hochzeit um Geld bitten –
das auch direkt vor Ort ankommt.

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