... in Möglingen

Bis zur Restaurierung war die Möglinger Pfarrkirche ein bescheidenes, unauffälliges Dorfkirchlein: ein einschiffiger Bau mit spätgotischem, dreiseitig geschlossenem Chor und Westturm, wie man viele findet. Dennoch musste der trutzige, burgartige Westturm dem aufmerksamen Betrachter eigentlich schon längst aufgefallen sein. Und gerade er war es, der sogar die Fachleute noch im letzten Jahrhundert aufs Glatteis führte! In der Oberamtsbeschreibung Ludwigsburg von 1859 steht über die Möglinger Kirche zu lesen: „An der Westseite des Langhauses steht der viereckige, massive, mit sch1ankem Zeltdach versehene Turm, an dem die Jahreszahl 1598 (vermutlich das Jahr der Erbauung) angebracht ist." Genau diese Vermutung" stellt sich bei näherem Zusehen als total verkehrt heraus und beweist, wie merkwürdig unaufmerksam man sich damals oft Bauwerke angesehen hat.

Der Grundriß zeigt, welch mächtige Mauern den Turm bilden. Ihre ansehnliche Stärke (1,7 m), sowie die schmalen, schartenartigen Fensterschlitze der Turmgeschosse, verbunden mit den nach der Restaurierung besonders schön zur Geltung kommenden Eckquadern verweisen diesen Turm im Gegensatz zu der erwähnten "Vermutung" weit ins Mittelalter, in die Zeit des Burgenbaues, also etwa ins 13. Jahrhundert! Man kommt damit zu dem Resultat, daß der Turm demnach sogar der weitaus älteste Teil der heutigen Kirche ist ...

Quelle: Heimatverein Möglingen. Zum ausführlichen Originalartikel hier