Hospizdienst: „Wie soll ich sagen, dass Papa tot ist?“

Veröffentlicht am 16.07.2021
in Ludwigsburger Kreiszeitung

Hospizdienst: „Wie soll ich sagen, dass Papa tot ist?“

„In meiner vierten Klasse wussten alle, dass
mein Papa tot ist. Aber wie soll ich das jetzt
meiner neuen Klasse sagen?“ Der Vater gestorben,
die Schule gewechselt, Unterricht
per Videokonferenz und zwischendrin eine
Fünftklässlerin, die so gerne hätte, dass ihre
neuen Mitschüler wissen, was bei ihr los
ist, die aber nicht weiß, wie sie das anstellen
soll. „Wie soll sie das machen?“, fragt
Michael Friedmann von der Kinder- und
Jugendtrauer. „Das sagt man nicht mal
eben so nebenbei in einer Zoom-Konferenz.“
Wesentliche Familienthemen seien
oft außen vor und die betroffenen Kinder
mit all ihrer Trauer allein geblieben.
In Familien, in denen ein Abschied ansteht,
wo viel Nähe nötig wäre, die aber
aufgrund von Corona nicht gelingt, reagierten
Kinder und Jugendliche oftmals mit
„diffusen Angstzuständen und völliger
Überforderung“, beobachtet Birgit Breuer.
„Nichts ist mehr sicher.“ Die Schule als das
„stabilisierende Setting“ sei über viele Wochen
weggefallen. Dabei sei Schule besonders
wichtig. „Das ist immer eine eigene
Welt, wo Unbekümmertheit und Leichtigkeit
gelebt werden dürfen.“
 

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